10.07.2021 Screenshots vom letzten Dreh: Theater-TRAILER von “Fräulein Julie” 06.04.2021 (23.31 Uhr) Ich habe gelesen, dass das Leben eine sehr einfache Handlung hat: Erst bist du da, dann nicht mehr. Dazu passt der Kurzfilm, den ich vor zwei Wochen mit Shakespeare2go gedreht habe: https://vimeo.com/526873011 06.04.2021 04.03.2021 Julie Was passiert, wenn jemand keine Grenzen kennt? Das neue Projekt von Shakespeare2go ist „Fräulein Julie”.  Hannah Zieziula spielt die Julie, Maya Kielhorn die Christine und ich den Jean. Geschrieben hat die Adaption  Andreas Neu, nach August Strindberg. Das Stück wird auf den Off-Bühnen in Berlin gespielt, sobald sie wieder  öffnen, und auch in Radolfzell am Bodensee wird es Aufführungen geben.  20.02.2021 Lichtpenner Ein befreundeter und sehr talentierter Kameramann ist seit Monaten obdachlos, weil seine Bude in der  Hermannstraße abgebrannt ist. Wobei, obdachlos stimmt nicht ganz. Er findet obdach bei Freunden und  Freundinnen. Aber sein Equipment und sein übrig gebliebener Hausrat ist an drei verschiedenen Orten in Berlin  verteilt. Seit Monaten erfahre ich hin und wieder, wie er durch WG-Castings fällt. Aber ich kann mir nicht  erklären, wieso. Es muss eine Pechsträhne sein: Ich kenne wenige so nette, umgängliche und zuverlässige  Menschen. Gestern schrieb er mir von einer Idee, die er seit Monaten hat und die noch in dem Film landen  soll, den wir vor Monaten zusammen gedreht haben: Einstellungen in U-Bahnhöfen -  mit einer der  Hauptdarstellerinnen. Dabei will er verschiedene Einstellungen probieren, um die innere Zerrissenheit der Figur  zu spiegeln. Die Idee fand ich sehr gut und er schlug vor, gemeinsam die U7 entlangzufahren. Dort gäbe es die  besten U-Bahnstationen, das solle mir von einem Obdachlosen gesagt sein lassen. Trocken fügte er hinzu: „Ich  bin nun ein Lichtpenner.” Auf meine Frage, was ein Lichtpenner sein soll, habe ich bis jetzt keine Antwort  bekommen. Ich habe es sogar minutenlang gegoogelt. PS: Wenn jemand das hier liest und ein Zimmer zu  vergeben habt, meine Mail befindet sich unter dem Reiter „Kontakt”.    19.02.2021 Der Rover ist gelandet Gestern habe ich den ganzen Tag geschrieben. Gegen achtzehn Uhr packte mich die Jazzwut und ich spielte  Standards auf meiner Trompete (ohne Dämpfer, richtig laut). Dann Abendessen: Stulle. Kurzfristig erfuhr ich  von der bevorstehenden Landung des Nasa-Rovers auf dem Mars. Also fläzte ich mich ins Bett und verfolgte  auf meinem Tablet den Livestream auf YouTube. Ich hatte eine bedeutende und bildgewaltige Übertragung  erwartet, aber es wurden nur verpixelte Animationen gezeigt, während eine Moderatorin und Experten alle  Details der Expedition in unvorstellbarerer Langsamkeit ausbreiteten. Deutlich interessanter war dieser  seltsame Chat, in dem laufend, in Schwällen und endlos User-Kommentare gepostet wurden. Sie ratterten in  einer Seitenleiste von unten nach oben: „Wahrscheinlich landet die Rakete im Maul von ein Riesenwurm” -  „Aliens biitee aliens”  - „WANN LANDET DAS TEIL?” - „Die würde ich gern mal knallen” - „AFD AFD AFD” usw.  „Was für Idioten”, dachte ich und musste immer wieder laut lachen. Irgendwann veränderte ich meine  Liegepostion und machte dabei eine  derart seltsame Bewegung, dass sich meine Rückenmuskulatur  verkampfte und ein Schmerz mir den Atem raubte. Ein Hexenschuss? Ich simste einer Freundin. „Oh oh - Du  wirst auch nicht jünger”, schrieb sie. „Werd mal nicht frech hier”, antwortete ich gekränkt, und schickte ein  lachendes Emoji hinterher. Sie machte einen Haufen Vorschläge: Wärmflasche und so weiter. In der  Zwischenzeit war der Rover gelandet, aber sehen konnte man immer noch nichts. Ich entschied mich, liegen  zu bleiben. Der Schmerz durchzuckte mich nur, wenn ich mich nach vorne bückte, nicht, wenn ich einfach so  da lag. Vielleicht, dachte ich, wird es weg sein, wenn ich jetzt einfach schlafe. Am nächsten Morgen war der  Schmerz immer noch da: Stechend zwischen den Schulterblättern. Ich hatte irgendwann mal gelesen, dass es  besser sei, sich zu bewegen, um Rückenschmerzen zu bewältigen. Also machte ich erst nen Kaffee und dann  etwas Gymnastik. Und was soll ich sagen: Es wirkte! Also war’s wohl nur eine kleine Verrenkung. Übrigens  habe ich heute gelesen, dass bereits vier US-Rover auf dem Mars herumbaldowern. Jetzt sind sie zu fünft.  Damit haben sie zumindest mehr soziale Kontakte als ich in den letzten drei Monaten.  
Julie vs Jean: Wer blinzelt, verliert.